Fühlt sich der Neue gleichgültig oder abweisend aufgenommen, so verbleibt er in einer Spannungshaltung; er taut nicht auf. Das trifft für die ersten Tage zu, aber auch für die folgenden Wochen und Monate. Die Zeit, die man dem Neuen widmet, zahlt sich deshalb aus: Missverständnisse, Fehler und Unzufriedenheit werden vermieden, die Zusammenarbeit wird besser, die Einarbeitungszeit auf ein notwendiges Maß reduziert.

Die Betreuung des neuen Mitarbeiters muss sichergestellt werden. Sie beschränkt sich nicht auf ein paar Tage, sondern umfasst mehrere Monate. Das ist die Aufgabe des Vorgesetzten, zusätzlich ggf. des Mentors oder des Paten.

Gezielte Rückmeldung hilft Ihrem neuen Mitarbeiter, zu erkennen, was er gut macht, wo sich Verbesserungsmöglichkeiten verstecken, woran er noch arbeiten muss. Und gerade das ist für den neuen Mitarbeiter besonders wichtig. Rückmeldung hat damit zwei Seiten: Lob und Anerkennung auf der einen, Kritik auf der anderen Seite.

Der Oberbegriff für beide Formen der Rückmeldung heißt Feedback. Gezieltes Feedback zeigt dem neuen Mitarbeiter:

  • Mein Vorgesetzter nimmt mich und meine Leistungen wahr.
  • Ich bin meinem Vorgesetzten wichtig.

Daraus ergibt sich häufig

  • eine bessere Motivation
  • mehr Selbstvertrauen und mehr Engagement

Beispiel:

Petra Bentata arbeitet nun seit 3 Monaten als Sozialarbeiterin in einer Erziehungsberatungsstelle in Thüringen. Ihre Vorgesetzte, Klaudia Merks, hat sich in den ersten Tagen viel um sie gekümmert, hat ihr vieles gezeigt und erklärt, hat sie ermuntert und hatte ein offenes Ohr für ihre Fragen und Probleme. Petra Bentata ist mittlerweile gut eingearbeitet, in manchen organisatorischen und rechtlichen Fragen aber noch etwas unsicher. Die Folge: Nicht immer hält sich Frau Bentata an vorgegebene Abläufe und überschreitet zudem bisweilen ihre Befugnisse.
Ihre Vorgesetzte stört dies, und sie fühlt sich genötigt, die Fehler ausführlich zu kritisieren. Petra Bentata hat immer mehr das Gefühl, ihrer Vorgesetzten nichts mehr recht machen zu können.

Mitarbeiter generell, neue Mitarbeiter im Besonderen erhalten vielfach zu wenig Feedback. Gute Leistungen werden häufig als selbstverständlich angenommen, erst wenn etwas nicht ganz so hinhaut, wie sich das Vorgesetzte vorstellen, wird kritisiert.

Denken Sie bitte auch daran:

Jeder Mitarbeiter hat ein Recht auf Rückmeldung. Seien Sie fair, lassen Sie niemanden links liegen.