Würden Sie ein Auto kaufen, ohne sich vorher genau zu informieren? Sicher nicht. Viele Menschen verhalten sich aber völlig anders, wenn es um so etwas Wichtiges wie den zukünftigen Arbeitsplatz geht. Sie sind schlecht informiert. Wenig Informationen können auch stehen für viele Illusionen, viele Illusionen für viele Enttäuschungen.

Man kann es keinem Vorgesetzten verdenken, dass er im Bewerbungsgespräch den Arbeitsplatz und die  Arbeitsbedingungen attraktiv darstellt. Denn er will den besten Mann oder die beste Frau für sich gewinnen.
Und wer würde es dem Bewerber übel nehmen, wenn er sich ebenfalls von seiner Schokoladenseite zeigt?

Beschönigte Informationen über die Stelle und die Firma führen aber fast zwangsläufig zu unangenehmen Überraschungen: Der Neue findet die Arbeit doch nicht so interessant, das Betriebsklima scheint auch nicht besonders. Andererseits hatte sich der Vorgesetzte vom Bewerber vielleicht auch mehr versprochen.

Die Situation eines neuen Mitarbeiters ist einerseits geprägt durch seine Erwartungen, Neues zu erfahren, sich selbst einbringen zu können, die Vorteile, die der neue Arbeitsplatz mit sich bringt, zu nutzen, andererseits durch Orientierungsprobleme und Unsicherheiten.

Verschiedene Unwägbarkeiten und vielleicht auch Sorgen bestimmen seine Situation. Erstens fachlich:

  • Kann ich sachlich-fachlich entsprechen?
  • Werde ich meinem neuen Aufgabenkreis gewachsen sein?

Und zweitens (zwischen-)menschlich:

  • Komme ich bei den Kollegen an?
  • Werde ich von meinen neuen Vorgesetzten, meinen neuen Kollegen, meinen neuen Mitarbeitern menschlich akzeptiert?

Betrifft jeden Stellenwechsel

Psychologische Untersuchungen zeigen, dass ein Stellenwechsel im hohen Maß Stress für den Mitarbeiter bedeutet. Das ist nicht verwunderlich, denn der Neue muss nicht nur mit Verunsicherung und vielleicht auch Enttäuschungen fertig werden. Er muss sich auch in seiner neuen Umgebung zurechtfinden, sich bei Kollegen und seinem Chef ins rechte Licht setzen, sich bewähren, die Strukturen der Behörde durchschauen, die ungeschriebenen Gesetze lernen, ohne ins Fettnäpfchen zu treten.

Gründe genug

Gründe genug, für eine gute und schnelle Eingliederung des neuen Mitarbeiters zu sorgen. Denn auch das muss man bedenken: Ein neuer Mitarbeiter ist eine Investition. Schaut er sich schnell wieder nach einer neuen Aufgabe um, geht Zeit und Geld verloren. Und natürlich leidet auch das Betriebsklima.